Rauchmelderpflicht

In vielen Bundesländern herrscht bereits Rauchmelderpflicht.

Übersicht der Rauchmelderpflicht  in Deutschland nach Bundesländern

– Baden-Württemberg: Die Rauchmelderpflicht gilt in Baden-Württemberg für alle Wohnungen und Haushalte seit Juli 2013. Am 31. Dezember 2014 endete die Übergangsfrist Für Bestandsbauten. Alle Schlafräume und Flure, die als Fluchtweg dienen, müssen mit jeweils einem Brandmelder ausgerüstet sein. Zuständig für den Einbau sind die Eigentümer, für die Betriebsbereitschaft die Mieter der Wohnung.

– Bayern: Bestandsbauten müssen bis Ende 2017 mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Verantwortlich dafür sind die Eigentümer. Die Betriebsbereitschaft müssen aber die Mieter sicher stellen. Für Neubauten gilt die Rauchmelderpflicht in Bayern seit Januar 2013.

– Berlin: Für Neubauten kommt die Pflicht ab 2017, Bestandsbauten müssen bis Ende 2020 nachgerüstet werden.

– Brandenburg: Für bestehende Wohnungen gibt es eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020. Einbau und Betriebsbereitschaft liegen beim Eigentümer. Neubauten brauchen einen Rauchmelder ab 1.7.2016.

– Bremen: Die Nachrüstpflicht für bestehende Wohnungen endete am 31. Dezember 2015. Verantwortlich für den Einbau ist der Wohnungseigentümer. Die Betriebsbereitschaft müssen die Mieter garantieren.

– Hamburg: Neubauten müssen seit April 2006 einen Rauchmelder haben. Seit Anfang 2011 müssen alle Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Verantwortlich für den Einbau ist der Eigentümer. Er muss auch die Betriebsbereitschaft sicherstellen.

– Hessen: Rauchmelderpflicht gilt für Neu- und Umbauten seit 24.6.2005. Seit Anfang 2015 müssen bestehende Wohnungen mit Rauchmeldern nachgerüstet sein. Der Wohnungseigentümer ist für den Einbau verantwortlich, für die Betriebsbereitschaft der unmittelbare Nutzer der Wohnung.

– Mecklenburg-Vorpommern: Bereits seit Anfang 2010 müssen alle Neu-, Um- und Bestandsbauten mit Rauchmeldern in Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren, die als Fluchtwege dienen, ausgestattet sein. Für den Einbau und die Betriebsbereitschaft ist der Wohnungsbesitzer verantwortlich.

– Niedersachsen: Die Nachrüstpflicht für bestehende Wohnungen endete am 31. Dezember 2015. Verantwortlich für den Einbau ist der Wohnungseigentümer. Die Betriebsbereitschaft muss der Mieter gewährleisten. Neubauten müssen seit November 2012 mit Rauchmeldern ausgerüstet werden.

– Nordrhein-Westfalen: Bestandsbauten müssen bis Ende 2016 nachgerüstet werden. Verantwortlich dafür sind die Eigentümer. Die Betriebsbereitschaft müssen aber die Mieter sicher stellen. Für Neubauten gilt die Rauchmelderpflicht seit April 2013.

– Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz sind Rauchmelder bereits seit 2003 in Neubauten Pflicht. In allen Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren, die als Rettungsweg dienen, müssen Rauchmelder angebracht werden. Die Übergangs- und Nachrüstfrist für Bestandsbauten endete am 12. Juli 2012. Verantwortlich für den Einbau und die Betriebsbereitschaft sind die Wohnungseigentümer.

– Saarland: seit 18.02.2004 gilt die Rauchmelderpflicht in allen Neu- und Umbauten vorgeschrieben. Bestehende Wohnungen müssen bis Ende 2016 nachgerüstet sein. Verantwortlich für den Einbau ist der Eigentümer, für die Betriebsbereitschaft der unmittelbare Besitzer.

– Sachsen: Seit dem 1. Januar 2016 sind Rauchmelder in Neu- und Umbauten Pflicht. Verantwortlich für den Einbau ist der Eigentümer, für den Betrieb der Mieter.

– Sachsen-Anhalt: Die Nachrüstpflicht für bestehende Wohnungen endete am 31. Dezember 2015. Seit 2009 gilt die Rauchmelderpflicht für Neubauten.

– Schleswig-Holstein: Die Rauchmelderpflicht gilt für Neubauten seit April 2005. Seit Anfang 2011 müssen alle Wohnungen – ob neu oder alt – mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Verantwortlich für den Einbau ist der Eigentümer. Die Betriebsbereitschaft ist Sache des Mieters.

– Thüringen: Seit 29.02.2008 besteht Rauchmelderpflicht und es müssen alle Neu- und Umbauten mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Die Nachrüstfrist für Bestandswohnungen läuft noch bis Ende 2018.

Rauchmelder Tests


Die DIN 14676 ist die deutsche Norm für Rauchmelderpflicht in Wohnhäusern, Wohnungen und Räumen mit wohnungsähnlicher Nutzung (Einbau, Betrieb und Instandhaltung).

Zielgruppe dieser Norm sind die für Brandschutz zuständigen Behörden, die Feuerwehren für ihre Beratungstätigkeit im vorbeugenden Brandschutz, die Hersteller von Rauchwarnmeldern, die Planer und Architekten, Wohnungs- und Hauseigentümer sowie die Wohnungsnutzer selbst.

Neuerungen für die Rauchmelderpflicht seit Herbst 2012

Die im Herbst 2012 novellierte Anwendungsnorm DIN 14676 enthält gegenüber der bisherigen Fassung einige zum Teil haftungsrelevante Änderungen. Die Anforderungen zu Montage, Wartung und Austausch von Rauchwarnmeldern wurden präzisiert. Sonderfälle wie die Montage in besonders schmalen Fluren, in Räumen mit Podesten und Galerien sowie an schrägen Decken bzw. Folien- oder Textildecken wurden einbezogen. In Bezug auf die Gleichstellung wurden Hinweise zur Berücksichtigung der Warnung von Personen mit eingeschränktem Wahrnehmungsvermögen aufgenommen. Zum Thema Vernetzung von Rauchwarnmeldern wurden ebenfalls die Anforderungen und Informationen zur Anwendung nach anerkanntem Stand der Technik ergänzt. Außerdem finden sich aktualisierte Planungsbeispiele im Anhang der Norm.

Gänzlich neu in dieser Norm ist jedoch der Abschnitt 7 „Nachweis der Fachkompetenz für Dienstleistungserbringer“. Das heißt, die Norm sieht jetzt für die Projektierung, Installation und Instandhaltung eine „Geprüfte Fachkraft für Rauchwarnmelder“ vor. Seit dem Frühjahr 2013 bietet das Forum Brandrauchprävention ein Prüfungs- und Zertifizierungsschema für den Erwerb der Trainerlizenz zur Ausbildung der „Geprüften Fachkraft für Rauchwarnmelder“. Entsprechende Schulungen bieten der BHE und der ZVEI an. Details dazu finden Sie hier. (Verlinkung zur Geprüften Fachkraft)

Wichtige Anmerkung

Rauchmelder warnen frühzeitig vor Brandrauch bzw. Bränden, damit die Bewohner von Haus und Wohnung frühzeitig reagieren, insbesondere die brandbeaufschlagten Räume sofort verlassen und die Feuerwehr alarmieren können. Rauchmelder verhindern weder die Entstehung von Bränden noch bekämpfen sie diese selbsttätig; sie alarmieren auch weder unmittelbar die Feuerwehr noch sonst eine hilfeleistende Stelle. Sie dienen auch nicht der Alarmierung der Nutzer (Mieter, Pächter usw.) anderer Wohnungen, von Nachbarn usw. Rauchmelder dienen nicht der Verhinderung von Brandschäden und können sie auch tatsächlich nicht verhindern, insbesondere nicht, wenn bei Brandausbruch niemand anwesend ist. Deswegen gibt es die Rauchmelderpflicht.

Anwendung

Rauchwarnmelder, wie sie in dieser Norm beschrieben und angewendet werden, können sowohl als Einzelmelder funktionieren wie auch mit anderen Rauchwarnmeldern über Funk vernetzt werden, sofern Melder, die dafür technisch ausgerüstet sind, eingesetzt werden. Eine Vernetzung über Kabel verlangt spezielle Melder, wie sie in professionellen Brandmeldeanlagen eingesetzt werden; diese werden nur zusammen mit einer professionellen Brandmeldezentrale geliefert. Im Falle der Vernetzung der Rauchwarnmelder mittels Funk kann die akustische Alarmierung an alle übrigen Rauchwarnmelder innerhalb der Vernetzung oder an eine zentrale Stelle erfolgen. Möglich ist, optische Meldungen oder Vibrationsmeldungen (z. B. für Gehörlose) zu integrieren.

Eine Aufschaltung von Rauchwarnmeldern, auch solcher mit Funkvernetzung, auf eine Brandmeldeanlage sowie der Einsatz von Rauchwarnmeldern als „Ersatz“ für eine von Versicherungen oder der Bauaufsicht geforderte Brandmeldeanlage ist nicht zulässig, führt straf- und zivilrechtlich zur Haftung, versicherungsrechtlich zum Verlust des Versicherungsschutzes und kann bauaufsichtlich gegebenenfalls zusätzlich als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, verbunden mit einer Nachrüstungsauflage.

Wichtiger Hinweis

Unter „Räumen mit wohnungsähnlicher Nutzung” versteht die Norm „Räume bzw. Raumgruppen in wohnungsähnlicher Struktur”. Dazu gehören z. B. Hotels und Pensionen o. ä. mit weniger als 12 Gastbetten, Containerräume, Freizeitunterkünfte u. ä., sofern für diese bauaufsichtlich keine anderen Anforderungen an die brandschutztechnische Ausrüstung gestellt werden.

Planung/Einbau

Nur der Einsatz von Rauchwarnmeldern nach DIN EN 14604 ist zulässig. 230-V-Rauchmelder müssen über eine Notstromversorgung verfügen, z. B. eine Batterie oder einen Akkumulator. Rauchwarnmelder mit Rückstellmöglichkeit eines ausgelösten Alarms sollten bevorzugt werden. Beim Einbau ist ein Rauchmelder pro Raum ausreichend, wenn dieser Raum nicht größer als 60 Quadratmeter ist; bei größeren Räumen sind weitere Rauchwarnmelder erforderlich.

Bei der Mindestausstattung gemäß der DIN 14676 sind Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in den Fluren (Rettungswegen)  zu installieren. Bei der optimalen Ausstattung sind außerdem alle Wohn- und Hobbyräume, Heizungs- und Werkräume sowie der Keller und der Dachboden mit je einem Rauchwarnmelder zu versehen. In Treppenhäusern oder Räumen mit Galerie ist in der obersten Etage mindestens ein Rauchwarnmelder zu installieren. Besser wäre jedoch ein Rauchwarnmelder auf jeder Ebene. In der Küche sind Rauchwarnmelder nur zu installieren, wenn Falschalarme, bspw. durch Wasserdämpfe, auszuschließen sind. Aus diesem Grund sind auch Badezimmer von der Ausstattung mit Rauchwarnmeldern ausgenommen. Generell ist empfehlenswert, alle Räume außer Küche und Bad mit Rauchwarnmeldern auszustatten und einen Rauchwarnmelder auf jeder Ebene zu installieren.

Installation

Rauchwarnmelder sind immer an der Decke in der Raummitte anzubringen, mindestens jedoch 50 cm von der Wand bzw. von Einrichtungsgegenständen entfernt zu installieren. Für besondere Fälle wie L-förmige oder unterteilte Räume als auch Räume mit Unterzügen gibt die Norm detaillierte Empfehlungen für Abstandsverhältnisse und Melderanordnungen. Auch für die Anbringung von Rauchwarnmeldern in Fluren und Gängen und in zuggefährdeter Umgebung gibt die DIN 14676 Empfehlungen.

Wichtiger Hinweis zur Sicherheit

Wenn eine Warnung außer in dem brandbeaufschlagten Raum bzw. dem Raum, in dem der Melder jeweils installiert ist, zusätzlich an einem anderen Ort als dem alarmgebenden Rauchwarnmelder erfolgen soll – z. B. wenn der auslösende Alarm im Kinderzimmer stattfindet und zusätzlich im Elternschlafzimmer alarmieren soll – müssen vernetzungsfähige Rauchwarnmelder eingesetzt und gezielt miteinander vernetzt werden. Für die Alarmierung an zentraler Stelle zusätzlich zum Rauchwarnmelder wird eine Kleinmelderzentrale empfohlen.

Betrieb des Rauchwarnmelders

Falschalarme („Täuschungsalarme“) können bspw. durch Schweiß-, Säge- oder Lötarbeiten ausgelöst werden. Außerdem können generell Staub bei Baumaßnahmen, Wasserdampf und Kochdämpfe, extreme elektromagnetische Einwirkungen als auch Temperaturschwankungen mit Kondensationsbildung zu Falschalarmen führen. Daher empfiehlt die Norm bei Renovierungen etc. eine Abdeckung der Rauchwarnmelder.

Wartung/Instandhaltung

Der Rauchwarnmelder ist gemäß Bedienungsanleitung, jedoch mindestens einmal jährlich auf seine Funktion zu überprüfen. Dazu gehört die Prüfung, ob die Raucheintrittsöffnungen frei zugänglich sind und der Rauchwarnmelder nicht beschädigt ist; Mängel in diesen Punkten müssen beseitigt, ein beschädigter Rauchwarnmelder muss ausgetauscht werden.
Gleichzeitig ist eine Alarmprüfung vorzunehmen. Diese beinhaltet die Auslösung eines Probealarms über die Prüftaste. Bei Rauchwarnmeldern mit 230-V-Netzanschluss muss der Probealarm einmal mit und einmal ohne 230-V-Netz durchgeführt werden. Bei Fehlverhalten muss die Batterie ersetzt oder ggf. der Rauchwarnmelder ausgetauscht werden (bei Beschädigung oder starker Verschmutzung).

Austausch von Batterien

Die Batterie des Rauchmelders muss nach Herstellerangaben ausgetauscht werden. Ein Austausch von Batterien muss spätestens dann erfolgen, wenn der Rauchwarnmelder die Batteriestörungsmeldung abgibt. Rauchwarnmelder mit nicht auswechselbaren Langzeitbatterien als Energiespeicher (z. B. Lithiumbatterien) sind nach Herstellerangaben auszutauschen, spätestens jedoch wenn die Störungsmeldung der Energieversorgung auftritt.

Austausch von Akkumulatoren

Der Akkumulator bzw. der Rauchwarnmelder mit nicht austauschbarem Akkumulator ist nach Herstellerangaben auszutauschen. Liegen hierüber keine Herstellerangaben vor, so muss der Akkumulator bzw. der Rauchwarnmelder mit nicht tauschbarem Akkumulator spätestens dann ausgetauscht werden, wenn die Störungsmeldung der Energieversorgung auftritt.

Rauchmelder Tests


Rauchmelderpflicht in Österreich